Ratgeber
Homepage-Baukasten oder Webdesigner – was passt zu deinem Betrieb?
Ein Homepage-Baukasten wie Wix, Jimdo oder IONOS ist die richtige Wahl, wenn deine Website nur als digitale Visitenkarte existieren muss und du die Bauzeit selbst investieren willst – für 10 bis 40 € im Monat bekommst du dafür eine solide Basis. Ein Webdesigner lohnt sich, sobald die Website aktiv Kunden bringen soll: Individuell entwickelte Seiten laden schneller, ranken bei Google besser, sehen nicht aus wie tausend andere Vorlagen und gehören am Ende dir statt dem Plattform-Anbieter. Über fünf Jahre gerechnet kostet beides ähnlich viel – der Baukasten in Monatsraten plus deiner eigenen Arbeitszeit, die individuelle Website einmalig 499 oder 999 € plus Hosting. Der Unterschied liegt also weniger im Preis als in Ergebnis und Eigentum. Dazu kommt ein Punkt, den viele erst beim Wechsel merken: Aus einem Baukasten lassen sich Design und Struktur nicht mitnehmen – umziehen heißt neu bauen. Dieser Guide zeigt beide Wege ohne Verkaufsdruck.
Wofür ist ein Baukasten wirklich gut?
Erst das Lob, es ist verdient: Baukästen haben Websites demokratisiert. Ohne Programmierkenntnisse bekommst du in einem Wochenende eine Seite online, die Domain und das SSL-Zertifikat sind dabei, Updates macht die Plattform. Für Vereine, Hobbyprojekte, eine Hochzeitsseite oder die allererste Präsenz eines nebenberuflichen Betriebs ist das eine völlig legitime Lösung. Auch als Zwischenlösung ist ein Baukasten okay: besser eine einfache Wix-Seite als gar keine Website, während dein Geschäft anläuft. Wer dir pauschal erzählt, Baukästen seien immer falsch, will dir etwas verkaufen.
Wo kommen Baukästen an ihre Grenzen?
Die Grenzen zeigen sich genau dann, wenn die Website anfangen soll zu arbeiten – also Kunden zu bringen:
- Ladezeit: Baukasten-Seiten schleppen den ganzen Editor-Unterbau mit. Gerade auf dem Handy – wo deine Kunden suchen – sind mehrere Sekunden Ladezeit üblich. Google misst das (Core Web Vitals) und straft langsame Seiten im Ranking ab.
- SEO-Spielraum: Die Basics gehen überall, aber saubere strukturierte Daten, gezielte lokale Landingpages oder technisches Feintuning stoßen schnell an die Plattform-Decke.
- Austauschbarkeit: Die Vorlagen sind gut gestaltet – und genau deshalb überall. Deine Website sieht aus wie die von drei Mitbewerbern, nur mit anderem Logo.
- Lock-in: Der wichtigste Punkt. Du kannst eine Baukasten-Seite nicht mitnehmen. Kündigst du das Abo, ist die Arbeit von Jahren weg – Design, Texte, Struktur. Ein Wechsel bedeutet immer Neubau.
- Dauerkosten ohne Ende: 25 € im Monat klingen harmlos, sind aber 300 € im Jahr – für immer. Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem die Seite „abbezahlt“ ist.
Was macht eine individuell entwickelte Website anders?
Individuell entwickelt heißt bei mir: Die Website wird mit modernen Web-Technologien wie Next.js und React von Grund auf gebaut – kein Baukasten, kein WordPress, kein Theme von der Stange. Der Unterschied ist messbar und sichtbar. Messbar: Ladezeiten unter einer Sekunde und Lighthouse-Werte über 95 von 100, weil kein Editor-Ballast mitgeladen wird – genau die Signale, die Google belohnt. Sichtbar: Das Design entsteht aus deinem Betrieb heraus, nicht aus einer Vorlage, und hebt sich dadurch von den immer gleichen Template-Seiten deiner Branche ab. Und rechtlich wie praktisch entscheidend: Code, Inhalte und Domain gehören dir. Du kannst den Hoster wechseln, den Betreuer wechseln oder die Seite Jahre später erweitern lassen – nichts davon geht bei einer gemieteten Baukasten-Seite.
Was kostet beides über 5 Jahre wirklich?
| Position | Baukasten | Individuell (Website) |
|---|---|---|
| Einmalige Kosten | 0 € | 999 € |
| Laufend (60 Monate) | ca. 25 €/Mon. = 1.500 € | 29 €/Mon. = 1.740 € |
| Summe nach 5 Jahren | 1.500 € | 2.739 € |
| Eigene Arbeitszeit | 20–40 Std. | 0 Std. (fertig in 7 Werktagen) |
| Zeit in Euro (50 €/Std.) | 1.000–2.000 € | 0 € |
| Realistische Gesamtkosten | 2.500–3.500 € | 2.739 € |
| Updates, SSL, Backups | in Eigenregie | im Paket enthalten |
| Eigentum | gemietet – bei Kündigung weg | gehört dir, dauerhaft |
Die Zeile „Zeit in Euro“ ist der Posten, den Baukasten-Vergleiche fast immer weglassen: 20 bis 40 Stunden sind kein Nebenaspekt, sondern eine ganze Arbeitswoche. Bewertet man sie auch nur mit einem konservativen Stundensatz, dreht sich die Rechnung.
Über fünf Jahre trennen beide Wege also gut tausend Euro, bevor du deine eigene Arbeitszeit einrechnest. Rechnest du sie ein, liegen beide gleichauf oder die individuelle Website ist sogar günstiger. Die Detailrechnung mit allen Preismodellen findest du im Guide Was kostet eine Website?
Wann solltest du beim Baukasten bleiben?
- Deine Website ist reine Formsache – Kunden kommen ausschließlich über Empfehlungen, und das soll so bleiben.
- Du baust gern selbst, hältst die Seite aktuell und die Grenzen der Plattform stören dich nicht.
- Dein Projekt ist zeitlich begrenzt (Event, Saisonbetrieb, Testballon) – da lohnt kein Einmalinvest.
Wann lohnt sich der Wechsel zum Webdesigner?
- Du willst über Google gefunden werden – „Elektriker Minden“, „Friseur Lübbecke“ – und nicht nur über deinen Firmennamen.
- Deine Baukasten-Seite bringt seit Jahren keine einzige Anfrage.
- Du merkst, dass Mitbewerber mit professionellem Auftritt die Kunden bekommen, die eigentlich zu dir gepasst hätten.
- Du willst die monatliche Bastelei loswerden und einen festen Ansprechpartner haben.
Der Wechsel ist übrigens unkompliziert: Deine Domain ziehst du mit um, die Inhalte werden ohnehin neu und besser aufgebaut. Ab dem Go-Live läuft die alte Baukasten-Seite einfach aus.